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18.06.2018
15:21

Gebäudeversicherung haftet bei Sturz eines Baumes auch 6 Tage nach einem Sturm

Zeitliche Verzögerung zwischen Sturm und Sturz des Baumes ist unerheblich

Ein Beitrag von Rechtsanwalt Dr. Christian Bock, Tätigkeitsschwerpunkt u.a. im Versicherungsrecht, und von Michael Pauly, studentische Hilfskraft.

Im Mittelpunkt eines Rechtsstreits vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm stand die Frage, ob ein Schaden von einer Gebäudehaftung gedeckt wird, der aufgrund eines 6 Tage nach einem Sturm umgestürzten Baumes entstanden ist.

Die Gebäudeversicherung kategorisierte eine wetterbedingte Luftbewegung von mindestens Windstärke 8 als Sturm. Versicherte Schäden waren solche, die durch unmittelbare Einwirkung des Sturmes auf versicherte Sachen entstanden. Außerdem Schäden die entstehen, weil der Sturm Gebäudeteile, Bäume oder andere Gegenstände auf versicherte Sachen wirft. 

Ein Sturm mit der Windstärke 8 hatte nach Auffassung einer herangezogenen Sachverständigen den im Nachgang umgestürzten Baum entwurzelt.

Aus Sicht des OLG Hamm konnte der durchschnittliche Versicherungsnehmer davon ausgehen, dass seine Versicherung Anwendung findet, sofern der Sturm maßgebliche Ursache für den Schaden war. Die zeitliche Spanne von 6 Tagen zwischen Sturm und dem Sturz des Baumes auf das Dach des versicherten Gebäudes sei deshalb unerheblich, soweit der Sturm für den Sturz des Baumes ursächlich war. Im vorliegenden Fall war es zu keinem weiteren Ereignis gekommen, dass mitursächlich für den Sturm gewesen sein könnte.

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06.11.2013
09:35

Keine Vorkasse für Abbrucharbeiten!

Gebäudeversicherung muss Aufwendungen ersetzen

Vielen Eigenheimbesitzern ist sie vertraut: die Gebäudeversicherung. Sie sichert den Eigentümer eines Gebäudes gegen Risiken wie Brand, Leitungswasser oder Stürme ab. Umso wichtiger, dass die Versicherung im Schadensfall dann auch zuverlässig leistet. Lange umstritten war der Leistungsumfang der Gebäudeversicherung für Aufräumungs- und Abbruchkosten, die nach einem Schaden entstanden. Wenn beispielsweise nach einem Brand Gebäudeteile abgetragen werden mussten, verlangten Gebäudeversicherungen häufig, dass ihr Versicherungsnehmer in Vorkasse tritt. In der Praxis führte dies jedoch häufig zu Problemen, weil die Abtragung leicht mehrere Tausend Euro kosten kann.

Die Versicherungen begründeten ihre Auffassung mit dem Wortlaut der einschlägigen Versicherungsbedingungen, denen oft die „Allgemeinen Bedingungen für die Feuerversicherung“ (AFB 87) zugrunde lagen. Dort war die Rede davon, dass Versicherungen notwendige „Aufwendungen“ ersetzen. Nach Ansicht der Versicherungen bedeutet dies, dass nur ersetzt werden kann, was der Versicherungsnehmer bereits aufgewandt hat. Demnach ist er verpflichtet, in Vorkasse zu treten. 

Dieser Auslegung der AFB 87 schob der BGH mit Urteil vom 19. Juni 2013 (Az. IV ZR 228/12) einen Riegel vor. Das Gericht entschied, dass der Begriff „Aufwendungen“ keine zeitliche Komponente enthalte. Daher könne die Versicherung ihren Versicherungsnehmer nicht zwingen, in Vorkasse zu treten. Vielmehr muss sie Abschlagszahlungen leisten, sobald Mindestkosten für die Abbruch- und Aufräumarbeiten feststehen. Solche Mindestkosten kann der Versicherungsnehmer unter Zuhilfenahme eines Gutachters ermitteln.

Das versichertenfreundliche Urteil des BGH hilft Versicherungsnehmern, nach einem Schadensfall zügig mit der Reparatur und dem Wiederaufbau des Gebäudes zu beginnen. Sollten Sie ebenfalls einen Schaden erlitten haben und sich darüber im Unklaren sein, ob die neue BGH-Rechtsprechung zur Auslegung der AFB 87 auf Ihren Fall zutrifft, kann eine anwaltliche Beratung weiterhelfen. Ein Anwalt kann Ihnen außerdem helfen, Ihre Ansprüche gegenüber der Versicherung geltend zu machen.

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Übernahme von Gewitterschäden

Welche Versicherung zahlt den Schaden?

Bei Versicherungsnehmern herrscht öfters Unklarheit darüber, an welche Versicherung sie sich im Falle von Gewitterschäden melden müssen. Wenn man den Schaden rechtzeitig der richtigen Versicherung meldet, besteht eine gute Chance, dass man seine Kosten ersetzt bekommt. Aus diesem Grund ist es wichtig, keine Zeit mit der Suche nach der einschlägigen Versicherung zu verlieren.

Häufig betroffen von Sturm- und Hagelschäden ist das auf der Straße geparkte Auto. Für diese Schäden ist die Teilkaskoversicherung zuständig, die dafür in der Regel in voller Höhe aufkommt. Versicherungsnehmer sollten diese Schäden unverzüglich fotografieren und sie innerhalb einer Woche bei ihrer Versicherung melden.

Etwas anderes gilt für Gebäude und Hausrat. Hat das Gewitter das Haus oder die Wohnung beschädigt, muss man sich an seine Wohngebäudeversicherung melden. Sind Gegenstände innerhalb der Wohnung wie z.B. Elektrogeräte nach einem Blitzeinschlag beschädigt, zahlt die Hausratversicherung. Dies gilt jedoch nicht für Schäden, die durch Überschwemmungen nach Starkregen entstehen. Für solche Schäden kommt nur eine Elementarschadenversicherung auf.

Sollten Sie trotz dieses Leitfadens Schwierigkeiten mit der Leistungsübernahme durch ihre Versicherung haben, lohnt sich die anwaltliche Beratung.

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