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Anaphylaktischer Schock durch Nussschokolade

Muss die Unfallversicherung zahlen?

Eine Entscheidung des BGH vom 23. Oktober 2013 (Az. IV ZR 98/12) verdeutlicht einmal mehr den Leistungsumfang von Unfallversicherungen. Dem Urteil liegt ein besonders tragischer Fall zugrunde, in dem ein gegen Nüsse allergisches Kind nach dem Verzehr von Nussschokolade verstorben war. Die Familie hatte für das Kind eine private Unfallversicherung mit Leistung im Todesfall abgeschlossen.

Diese Unfallversicherung verweigerte allerdings die Leistung. Sie müsse schließlich nur nach einem Unfall leisten und der bewusste Verzehr von Schokolade stelle keinen Unfall dar. Falsch, so das Urteil des Bundesgerichtshofs. Ein Unfall liege immer dann vor, wenn eine Verletzung oder wie hier ein Todesfall durch ein von außen auf den Körper wirkendes Ereignis ausgelöst werde. Im Fall einer Allergie sei nicht die Immunreaktion im Körperinneren maßgeblich, sondern das Auftreffen des Allergens -hier der Nussschokolade- von außen auf den Körper. Dieses Auftreffen sei ein Unfallereignis.

Die allergische Reaktion müsse allerdings plötzlich eintreten, damit von einem Unfall gesprochen werden kann. Ein anaphylaktischer Schock zeigt sich unmittelbar nach dem Kontakt mit dem Allergen. Daher kann nach Auffassung des BGH von einem Unfall gesprochen werden. Etwas anderes würde aber wohl gelten, wenn sich erst einige Zeit nach dem Kontakt mit dem Allergen die Folgen zeigen.

Trotz der Einordnung von allergischen Reaktionen als Unfall müssen Versicherer jedoch nicht in jedem Fall leisten. Das hängt damit zusammen, dass Unfallversicherungen in ihren Versicherungsbedingungen eine Ausschlussklausel für Krankheiten haben. Dies liegt in der Natur der Sache: Wenn eine Gesundheitsschädigung durch Krankheit bedingt ist, kann sie nicht mehr Folge eines plötzlichen Unfalls sein. Auch in dem entschiedenen Fall wäre der Verzehr von Nussschokolade ohne das Vorliegen der Allergie folgenlos geblieben. Der BGH hat sich in seiner Entscheidung allerdings nicht pauschal festgelegt, sodass weiterhin Unklarheiten bestehen, ob und inwieweit Unfallversicherer für allergiebedingte Gesundheitsschäden leisten müssen.

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