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Infektion als Berufskrankheit

Anerkennung auch nach 30 Jahren noch möglich

Die Anerkennung von Berufskrankheiten durch die gesetzliche Unfallversicherung führt immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten. Ein Urteil des bayerischen Landessozialgerichts vom 18. März 2013 (Az. L 3 U 262/12) beschäftigt sich beispielsweise mit der Anerkennung von Infektionen. Die Klägerin hatte sich im Jahr 1982 während eines Krankenhauspraktikums nach mehreren Nadelstichverletzungen mit HIV infiziert. Seitens der Unfallversicherung wurde die Anerkennung der HIV-Infektion als Berufskrankheit verweigert.

Zu Unrecht, stellte das Landessozialgericht in seiner Entscheidung fest. Die Infektion der Klägerin sei auf die berufliche Tätigkeit während des Praktikums zurückzuführen. Bei einer Tätigkeit im Krankenhaus habe ein erhöhtes Infektionsrisiko bestanden, weil 1982 noch keine adäquaten Verhaltensregeln zur Vermeidung einer HIV-Infektion bestanden hätten. Die Unfallversicherung muss die Infektion als Berufskrankheit anerkennen.

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Überdurchschnittliche Belastung der Kniegelenke

Meniskusschäden von Profifußballern gelten als Berufskrankheit

Das Hessische Landessozialgericht hat sich zur Anerkennung von Meniskusschäden von Profifußballern als Berufskrankheit geäußert (Az. L 9 U 214/09). Zur Anerkennung als Berufskrankheit muss die Erkrankung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit auf die berufliche Tätigkeit zurückzuführen sein. 

Nach Auffassung des Gerichts sind Meniskusschäden bei Profifußballern mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eine Berufskrankheit, weil Profifußball die Kniegelenke überdurchschnittlich stark belaste. Profifußballer seien dabei Spieler von der 1. bis zur 4. Liga. In diesen Spielklassen sei ab einer dreijährigen Spielzeit davon auszugehen, dass ein etwaiger späterer Meniskusschaden auf der Tätigkeit als Profifußballer beruht. Insbesondere gelte dies auch für Fußballer der 3. und 4. Liga, die ebenfalls nahezu täglich trainieren würden. Schließlich sei die Kniebelastung in den niedrigeren Ligen aufgrund weniger ausgeprägten technischen Fähigkeiten und einer stärker kampforientierten Spielweise eher höher als in beiden höchsten Ligen.

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Rauchender Schweißer verstirbt an Lungenkrebs

Anerkennung als Berufskrankheit?

Die Anerkennung einer Krankheit als Berufskrankheit durch Berufsgenossenschaft oder Krankenkasse wirft immer wieder Rechtsfragen auf. Grundsätzlich gilt, dass eine Anerkennung dann erfolgt, wenn die Erkrankung mit hinreichender Wahrscheinlichkeit auf die berufliche Tätigkeit zurückzuführen ist.

Eine ausreichende Wahrscheinlichkeit kann nach einer Entscheidung des Hessischen Landessozialgerichts vom 23. August 2013 (Az. L 9 U 30/12 ZVW) nicht gegeben sein, wenn eine Alternativursache für die Krankheit in Betracht kommt. In der Entscheidung ging es um einen Schweißer, der an Lungenkrebs erkrankte. Er war durch seinen Beruf unterschiedlichen Schadstoffen ausgesetzt war, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen Lungenkrebs verursachen können. Allerdings rauchte er seit dreißig Jahren 15-20 Zigaretten am Tag.

Das Gericht entschied, dass daher nicht hinreichend feststellbar war, dass die Schadstoffe den Lungenkrebs verursacht hätten. Eine Anerkennung als Berufskrankheit sei daher nicht geboten.

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